Kleber und Klebstoff Beratung

Haftklebstoffe – dauerklebrige Klebstoffe

Zur Produktart:

Haftklebstoffe, auch dauerklebriger Klebstoff oder permanentklebriger Klebstoff genannt. (Die hierfür öfters verwendete Bezeichnung – Adhäsionskleber – ist unsinnig.) Häufig werden diese Klebstoffe auch als PSA (Pressure Sensitive Adhesive) bezeichnet. Gängig ist auch die Bezeichnung -Selbstkleber-.

Die Besonderheit dieser Klebstoffart ergibt sich bereits aus den Bezeichnungen. Diese Produkte bleiben in der Oberfläche dauerklebrig oder haftend. Diese werden weder fest noch trocken. Solche Eigenschaften ermöglichen es, dass Materialien die damit ausgerüstet wurden, wieder abgelöst werden können/sollen. Je nach Auswahl des Haftklebstoffes, kann diese Verbindung sogar rückstandsfrei und ohne den Untergrund zu zerstören, wieder gelöst werden. (Besonderes Beispiel für rückstandsfreie Ablösung, die bekannten Notizzettel Postit® der Firma 3M.) Die dauerklebrigen Eigenschaften schränken jedoch die Verwendung solcher Produkte ein, denn es liegen nur geringe Festigkeiten der Klebung gegen Kraft- und Wärmeeinwirkungen vor. Bewährt sind diese Klebsysteme bei Klebebändern, selbstklebenden Klebfolien, Klebeetiketten u. a. selbstklebende Materialien.

Diese Haftklebstoffe werden üblich in drei Systemen, die unterschiedliche Eigenschaften zeigen, angeboten:

Als lösemittelhaltige Produkte, die durch eine rasche Ablüftung (verflüchtigen der Lösungsmittel) und kurze Taktzeiten ein schnelles Arbeiten ermöglichen. Die sich verflüchtigenden Lösungsmittel können zündfähige Dämpfe (Luftgemische) bilden, dies kann je nach Anwendung störend sein. Hier ist der Einsatz geeigneter Absauganlagen und eine gute Belüftung der Arbeitsbereiche nötig. Lieferformen dieser lösemittelhaltigen Haftklebstoffe, sind metallische Dosen, Kannen, Eimer und Fässer.

Für diskontinuierliches Verarbeiten oder handwerklicher Einsatz, bieten sich wässrige Produkte, Dispersionshaftklebstoffe an. Jedoch verflüchtigt sich Wasser deutlich langsamer als Lösemittel und diese Eigenschaft beeinträchtigt die Arbeitsprozesse. Trocknungsanlagen können Abhilfe schaffen und den Prozess beschleunigen. Lieferformen dieser wässrigen Produkte sind Dosen, Eimer und größere Gebinde aus Kunststoff.

Für industrielle großflächige dauerklebrige Ausrüstungen kommen heißschmelzende Systeme (auch Hotmelts genannt) mittels geeigneten Gerätschaften zum Einsatz. Diese Anlagen ermöglichen eine extrem schnelle Verarbeitung und werden bevorzugt von Großverbrauchern verwendet. Die Lieferformen solcher Klebstoffe sind etwas spezieller, denn diese Produkte kleben/haften auch im unverarbeiteten Zustand. Eine Verarbeitung ist nur mittels geeigneter Heißschmelzgeräte möglich. Üblich sind Tankschmelzgeräte welche die Klebstoffe als Blockware verarbeiten. Diese Blöcke werden in silikonisierten, leicht entfernbaren Verpackungen angeliefert. Neben den Tankanlagen arbeiten Großverbraucher auch mit Fassschmelzgeräten, bei denen der Klebstoff direkt aus dem Gebinde heraus aufgeschmolzen wird. Für kleine Bedarfsmengen stehen Produkte in sog. Pillowform zur Verfügung. Diese Pillows (Kissen) sind so gearbeitet, dass nicht klebende Bestandteile der Formulierung, als trockene Außenhaut der Pillows dienen und sich im geschmolzenen Zustand selbständig in den Klebstoff mit einmischen. Diese Pillows können einzeln oder in kleinen Portionen einem Aufschmelzgerät (z. B. kleine Tankpistole) zugegeben werden.

Bei vorkonfektionierten Haftklebstoffbeschichtungen auf div. Materialien, müssen diese dann dauerklebrig ausgestatten Flächen, mit silikonisierten Papieren oder geeigneten Folien bis zur Verwendung, als Schutz gegen Stäube und verblocken, abgedeckt werden. (z. B. Schutzpapiere bei Selbstklebeetiketten.)

Eine Besonderheit unter den Schmelzhaftklebstoffen/Schmelzhaftklebern bilden die Systeme zum Ankleben und rückstandsfreien Ablösen von Waren-/Werbeproben, Werbekarten usw. in Zeitschriften oder ähnliche Medien. Diese speziellen Klebstoffe, können mit geeigneten kleinen Geräten auch im geringen Umfang manuell appliziert werden.

Zum Einsatzgebiet:

Die Einsatzmöglichkeiten sind speziell zu betrachten. Alle diese Haftklebstoffe kleben/haften auf den Oberflächen und sind weich. Es erfolgt eine permanent klebrige Verbindung. Hierdurch sind diese nicht geeignet für sog. konstruktive Klebungen. Auch beobachtet man bei mechanischen Kräften die auf solche Klebungen wirken können, einen sog. kalten Fluss, Klebungen können bei entsprechenden Kräften wandern. Die klebrigen Eigenschaften ermöglichen auch Einsätze auf schlecht klebbaren Untergründen wie PE, PP, POM u.a.

Als hauptsächliche Einsatzbereiche ergeben sich Anwendungen, bei denen die Haftklebstoffe in der Vorfertigung appliziert werden um dann vor Ort geklebt wird. Die dauerklebrig kaschierten Materialien lassen sich sehr einfach auf andere Untergründe aufbringen. (z. B. mit Haftklebstoffen beschichtete Weichschaumflächen, Folien, Textilien, Papiere u. v. m.)

Zur Verarbeitung:

Die Verarbeitungsmöglichkeiten unterscheiden sich nach der jeweiligen Art der Haftklebstoffe. Lösemittelhaltige oder wässrige Systeme können mittels Pinsel, Spachtel, Rakel, Düsen oder Sprühverfahren appliziert werden. Schlitzdüsen und Walzen dominieren hier.

Schmelzklebstoffe benötigen geeignete Aufschmelzgeräte mit Applikationsmimik. Auch hier dominieren beheizte Schlitzdüsen und Walzen. Kleine Applikationen erfolgen oft manuell mit einfachen Kleingeräten wie Tankpistolen. Die Verarbeitungstemperaturen der Klebstoffe liegen je nach Formulierung, üblicher Weise zwischen +150 °C und +220 °C. Da diese sehr schnell, fast schlagartig abkühlen, ermöglichen solche Produkte extrem kurze Takt-/Arbeitszeiten und bieten sich für große Fertigungschargen an, wie z. B. Massenfertigungen.

Zur Lagerung:

Bei lösemittelhaltigen und wässrigen Produkten ist auf gut verschlossene Gebinde zu achten. Ideale Lagertemperaturen liegen um die +20 °C (Datenblatt der Hersteller beachten). Wässrige Typen sind vor Kälte und Frost zu schützen.

Heißschmelzende Klebstoffe sind weniger kälteempfindlich müssen aber vor Wärmeeinwirkungen geschützt gelagert werden, insbesondere bei gestapelter Ware.

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