Kleber und Klebstoff Beratung

Lösemittelklebstoffe – Klebelacke – Nassklebstoffe

Zur Produktart:

Der Begriff Lösungsmittelklebstoff ist etwas übergreifend zu sehen. Wie es der Name schon sagt, geht es hier um Produkte, deren klebenden Substanzen in Lösungsmitteln gelöst sind oder die Lösungsmittel selbst eine klebende/verbindende Wirkung haben. Diese Lösungsmittel machen die Produkte flüssig, damit diese appliziert werden und benetzen können. Richtig auszusprechen wäre -lösungsmittelhaltige Klebstoffe-.

Diese Art Klebstoffe kommen in zwei Gruppen vor. Lösungsmittelhaltige Kontaktklebstoffe (siehe separate. Beschreibung) und anlösende Klebstoffe, auch Klebelacke bzw. Nassklebstoffe genannt. Hier befassen wir uns mit der Gruppe Klebelacke bzw. Nassklebstoffe.

Bei den vorgenannten lösungsmittelhaltigen Kontaktklebstoffen haben die verwendeten Lösungsmittel die Aufgabe die klebenden Substanzen zu lösen (verflüssigen) und eine Benetzung der Klebflächen zu ermöglichen. Die Lösungsmittel verflüchtigen sich und die verbleibenden Festkörperanteile werden als Klebmittel trocken gefügt.

Bei den Klebelacken/Nassklebstoffen verhält es sich anders. Diese können sowohl frei von Festkörperanteilen sein oder solche Bestandteile für gezielte Zwecke beinhalten. Solche Klebelacke oder Klebelösungen kommen vorrangig für Klebungen von thermoplastischen Kunststoffen (Plastik) zum Einsatz. Die unterschiedlichen Kunststoffsorten können durch Lösungsmittel gelöst oder an der Oberfläche angelöst werden. Üblich sind hier Abmischungen unterschiedlicher organischer Lösungsmittel wie Aceton, Ethylacetat, Benzine, Toluol, THF u. a.

Da Lösungsmittel sehr dünnflüssig und schnell flüchtig sind, werden diesen Formulierungen ausgewählten Substanzen beigemischt. Diese sollen ein zu leichtes Verfließen und Verflüchtigen verhindern. Somit können die Einwirkzeiten auf die zu klebenden Kunststoffe verlängert werden. Spezielle beigefügte Festkörperanteile haben zudem die Aufgabe eine Spalt-/Fugenfüllung in geringen Maßen zu ermöglichen. Diese Produkte gelten aber nicht als fugenfüllende Kleber.

Vielfach spricht man hier nicht vom Kleben, sondern vom Quellschweißen oder Kaltschweißen. Die Kunststoffe (Plastik) werden in der Oberfläche angelöst (weich/flüssig) und die beiden Klebflächen quellen an bzw. verschweißen miteinander. Sobald sich die Lösungsmittel wieder verflüchtigt haben, sind die beiden Kunststoffe dauerhaft miteinander verbunden. Die zweckorientierten, geringen Mengen an Festkörperanteilen und Zusatzstoffen können solche Klebungen optimieren.

Zum Einsatzgebiet:

Die Verwendungsbereiche dieser lösungsmittelhaltigen Klebelacke/Nassklebstoffe sind begrenzt. Klassische Einsatzbereiche sind hier Klebungen von thermoplastischen Kunststoffen (Plastik) miteinander, untereinander und in seltenen Fällen in Kombinationen mit anderen Werkstoffen.

Sehr beliebt sind hiermit Klebungen von Gehäuseteilen (Nut und Feder) und kleinflächige Klebungen, bzw. in Randbereichen. Typische Einsatzbereiche sind Klebungen von Spritzgussformteilen wie Haushaltsgeräte, Elektrogeräte, Konsumgüter, Apparate- und Gerätebau, Medizintechnik, Bauteile im Fahrzeugbau, Ladenbau, Dekorteile und -elemente, dekorative Ausstattungsteile, Wohnaccessoires und viele mehr.

Zur Verarbeitung:

Im Gegensatz zu den Kontaktklebstoffen werden bei dieser Methode zu kleben, die Klebflächen im nassen Klebstofffilm gefügt. Der Auftrag erfolgt meist einseitig, also nur auf einem der beiden Werkstoffe. Solange die Klebelacke noch flüssig, also nass sind, müssen die Teile zügig gefügt werden. Eine Hautbildung des Klebstoffes soll vermieden werden. Der Auftrag erfolgt üblich mittels Düsengeräten oder feinen Pinseln. Sehr niedrigviskose, also sehr flüssige Einstellungen dieser Klebstoffe werden häufig auch kapillar wirkend eingesetzt.

Die Teile müssen klebtechnisch so ausgelegt sein, dass die Lösungsmittel sich nach dem Fügen gut und schnell verflüchtigen können. Bei größeren Flächenklebungen können sich die Lösungsmittel nur langsam verflüchtigen und müssen dann vielfach durch die Kunststoffe hindurch diffundieren. Dies kann zu Abzeichnungen, Verformungen oder anderen Schädigungen der Oberflächen führen, insbesondere bei schon lackierten Flächen. Als häufigen Einsatzbereich erfolgen, mit speziellen Zuschlagstoffen, auch Klebungen von Metallteilen in Plastikformteile, z. B. elektrische Kontakte in Gerätegehäuse.

Dadurch, dass sich die Lösungsmittelanteile vollständig verflüchtigen erhält man eine werkstoffhomogene Verbindung. Lediglich bei gefüllten Systemen sind diese Füllstoffe und Substanzen noch als geringste Mengen vorhanden.

Zur Lagerung:

Die Lagerung solcher Produkte sollte in gut belüfteten Räumen bei konstant ca. +20 °C erfolgen. Kälte schadet diesen Produkten meist nicht. Wechselnde Temperaturen führen jedoch zu einem sog. Pumpen im Gebinde. Geringe Undichtigkeiten bei Verpackungen können bei sehr langer Lagerdauer dazu führen, dass Lösungsmittel austreten/ausdiffundieren. Eine Begrenzung der Lagerzeiten resultieren meist darauf, dass sich während einer langen Lagerzeit beigemischte Feststoffe absetzen könnten und vor der Verwendung ein homogenes Vermischen nötig würde.

Die Herstellerangaben zur Lagerung sind zu beachten.

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