Fachbegriffe

Abbinden
Abbinden eines Klebstoffes bezeichnet den Übergang vom flüssigen in den festen Zustand. Dieser Begriff schließt alle möglichen Arten dieses Übergangs ein: Trocknen durch Verdunsten oder > Diffundieren von Lösemittel oder Wasser, Erstarren durch Abkühlen einer Schmelze oder eine chemische Reaktion. Erst durch das Abbinden erreicht der Klebstoff seine innere Festigkeit (> Kohäsion).
Ablüftezeit
Ablüftezeit ist die Zeit, die nach dem Auftragen des Klebstoffes gewartet werden muss, bis die Fügeteile zusammengelegt werden können. Statt Ablüftezeit wird manchmal auch der Begriff > Trockenzeit verwendet (siehe auch zusätzlich > Offene Zeit, > Kontaktklebezeit).
Adhäsion
Adhäsion bezeichnet die Anziehungskräfte, die an der Grenzfläche Klebstoff / Fügeteil / Oberfläche wirksam werden. Zusammen mit der > Kohäsion bestimmt sie die Festigkeit der Verklebung. Die Adhäsion hängt nicht nur von der Art des Klebstoffes ab, sondern genauso von der Art und Beschaffenheit der Oberflächen des > Fügeteils. Dieser zuletzt genannte Punkt wird häufig nicht ausreichend beachtet. Für die richtige Klebstoffauswahl sind hier möglichst präzise Angaben erforderlich. Wenn jemand z. B. Stahl verkleben möchte, ist es wesentlich, ob es sich dabei um einen blanken Chrom-Nickel-(Edel)stahl, um verzinkten Stahl (feuerverzinkt oder galvanisch verzinkt?) oder um einen Stahl handelt, der mit einer Grundierung, Lackierung oder sonstigen Beschichtung versehen ist. Ebenso muss man bei Kunststoffen genau wissen, um welchen Kunststoff es sich denn handelt und mit welcher Oberflächenbeschaffenheit er vorliegt.
Aktivierung / Aktivierungstemperatur
Wiederherstellen der Kontaktfähigkeit von bereits trockenen Klebefilmen. Möglich ist dies entweder durch Wärme oberhalb bestimmter, klebstoffabhängiger Temperaturen oder durch geeignete Lösemittel. Dies ist meist nur innerhalb einer bestimmten Zeitspanne möglich (> Verarbeitungsspanne).
Anfangsfestigkeit
Anfangsfestigkeit bezeichnet die Festigkeit, die die Verklebung unmittelbar nach dem Fügen der Fügeteile hat.
Aushärtung
Siehe > Härter / härten / Härtung, > Vernetzer / vernetzen / Vernetzung
Benetzung / benetzen
Benetzung ist die Fähigkeit eines Klebstoffes, sich auf der Fügeteiloberfläche flächig auszubreiten. Sie ist die Voraussetzung für das Zustandekommen einer >Adhäsion. Wichtig dabei ist auch der Charakter und die Beschaffenheit der Oberfläche der Fügeteile sowie deren Temperatur. Unterhalb der >Mindestverarbeitungstemperatur oder auf verschmutzten (z. B. öligen) oder unpolaren Oberflächen (z. B. bei Polyethylen) kommt es zu keiner ausreichenden Benetzung.
Beschleuniger / Katalysator
Beschleunigt eine chemische Reaktion, ohne selbst an der Reaktion beteiligt zu sein. Wird häufig bei 1- oder 2-K-PUR-Klebstoffen zur Verkürzung der >Härtezeit genutzt. Verkürzt auch die >Topfzeit, so dass in der Praxis Grenzen bei der Beschleunigung gesetzt sind, wenn man nicht mit speziellen 2-K-Anlagen arbeitet.
Cyanacrylat Klebstoffe
Einkomponenten-Cyanacrylat-Klebstoffe in der Fertigung – Szenario

Aufgabe: Einkleben eines Moosgummidichtprofiles in ein Scheinwerfergehäuse aus Polystyrol.

Anforderungen: Schnelle Anfangshaftung. Resistenz gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse.

Lösung: Cyanacrylat-Klebstoff technicoll 8203. Härtung: 10 Sekunden bei Raumtemperatur.

Produkteigenschaften
  • Einkomponentig
  • Sekundenschnelle Anfangshaftung
  • Gute Klebefestigkeiten
  • Ausreichende Temperaturbeständigkeit und Chemikalienresistenz
  • Leichte Verarbeitung
  • Farblose Klebfugen

Reaktion: Härten in Gegenwart von Feuchtigkeitsspuren, die sich auf den Materialien befinden.
Reaktionsgeschwindigkeit: Einige Sekunden bis wenige Minuten.

Auftrag: Dosiergerät, Flasche mit Düse

Diffusion / diffundieren
Ausbreiten, Zerstreuen von Molekülen eines Stoffes. Man verwendet diesen Begriff hauptsächlich, wenn Moleküle, die in nur einer von zwei aneinandergrenzenden Schichten enthalten sind, sich von einer Schicht in die andere ausbreiten. So wandern z. B. Lösemittelmoleküle oder Wassermoleküle, die in der Klebefuge eingeschlossen werden, aus der Klebefuge in die angrenzenden Werkstoffe und von dort weiter in die angrenzende Luftschicht. Umgekehrt diffundiert Wasser aus der Luft oder angrenzenden Werkstoffen in die Klebefuge und bewirkt dort die Aushärtung von >feuchtigkeitsvernetzenden Klebstoffen und Klebedichtmassen. Oder: Weichmachermoleküle aus einem verklebten Werkstoff diffundieren in die Klebefuge und machen diese weich. Die Auswahl des richtigen Klebstoffes kann eine solche Diffusion verhindern.
Doppelkartuschen
Angebotsform für 2-K-Reaktionsklebstoffe. Die beiden Komponenten sind in zwei zusammenhängenden Kartuschen enthalten, auf die ein Mischrohr (>statischer Mischer) aufgesetzt wird. Beim Auspressen mit speziellen, passenden 2-K-Pistolen strömen beide Komponenten im richtigen Verhältnis (meist 1:1 Vol.t.) durch das Mischrohr, am Ende tritt die fertige Mischung aus. Nach Überschreitung der >Topfzeit wird der Klebstoff im Mischrohr fest. Man lässt dieses auf der Kartusche und tauscht es bei der nächsten Anwendung gegen ein neues Mischrohr.
Epoxidharz Klebstoffe
Zweikomponenten-Epoxidharz-Klebstoffe in der Fertigung

Aufgabe: Verkleben von Eckverbindungen mit Alu-Rahmenprofilen.

Anforderungen: Glatte Oberflächen, hohe Stabilität, Witterungsbeständigkeit.

Lösung: Zweikomponenten-Epoxidharz-Klebstoff technicoll 8260/61. Handhabbar nach 8 Stunden bei Raumtemperaturhärtung. Endfestigkeit nach 24 Stunden.

Produkteigenschaften
  • Zweikomponentig
  • Gute Klebfestigkeiten
  • Temperaturbeständig
  • Weitgehend chemikalienresistent
  • Härten schwundfrei aus, daher keine Spannungen
  • Alterungsstabil
  • Geeignet zum Füllen von Hohlräumen
  • Gleichen Unebenheiten des Untergrundes aus

Reaktion: Nach dem Mischen bei Raumtemperatur. Durch Wärme zu beschleunigen.

Reaktionsgeschwindigkeit: Handhabbar nach 8 Stunden bei Raumtemperatur. Endfestigkeit nach 24 Stunden.

Auftrag: Zweikomponenten-Dosiergerät, Spachtel, Walze, Rakel

Endfestigkeit
Bezeichnet die Festigkeit, die nach dem Ende des >Abbindens eines Klebstoffes erreicht wird. Erst danach kann die Verklebung voll belastet werden. Siehe im Unterschied dazu auch >Handlingfestigkeit.
Feuchtigkeitsvernetzend
Es gibt 1-komponentige Klebstoffe und >Klebedichtmassen, bei denen Wasser als 2. Komponente zur Vernetzung/Aushärtung führt. Feuchtigkeit muss deshalb ausreichend vorhanden sein oder in die Klebefuge eindiffundieren können.
Fixierdruck
Der Begriff wird dann verwendet, wenn der Druck auf die >Fügeteile nur so hoch sein muss, dass sie während des >Abbindens in ihrer Lage fixiert sind, sich also nicht gegeneinander verschieben können. Soll nur verhindern, dass es während des Abbindens nicht zu einer Trennung kommen kann. Siehe im Unterschied dazu: >Pressdruck.
Fügeteile / fügen
Fügeteile nennt man die Teile, die miteinander durch Kleben verbunden werden sollen. Fügen bezeichnet das Zusammenbringen dieser Teile, die an mindestens einer der Fügeflächen mit Klebstoff versehen sind.
Handlingsfestigkeit
(sinngleich mit >Mindestfestigkeit/>Weiterbearbei-tungsfestigkeit). Von Handlingfestigkeit spricht man dann, wenn die Festigkeit so hoch ist, dass der Fixierdruck nicht mehr benötigt wird und die Teile weitertransportiert oder bearbeitet werden können. Sie beträgt oft nur 20-30% der Endfestigkeit. Die dafür notwendige Zeit hängt auch stark von der Art und Größe der Belastungen ab, die bei der Weiterbearbeitung auftreten können. Merkblattangaben können deshalb nur Richtwerte sein.
Fugenfüllend
Die Fügeteile liegen nicht immer >passgenau, dicht aneinander, sondern es kann sich dazwischen ein mehr oder weniger großer Spalt befinden, der mit Klebstoff gefüllt werden muss, damit eine Verbindung zustande kommen kann. Der Klebstoff muss also fugenfüllend sein. Diese Eigenschaft kann ein wichtiges Auswahl-kriterium sein.
Härter / härten / Härtung
Ein Härter ist ein Stoff, der durch eine chemische Reaktion das Festwerden (Härten) eines Klebstoffes bewirkt. Härten oder Härtung meint den damit verbundenen Vorgang. Sinnvollerweise werden diese Begriffe anstelle der sonst gleichbedeutenden Begriffe >Vernetzer/>vernetzen/>Vernetzung dann verwendet, wenn das Endprodukt hart (nicht weich, flexibel oder elastisch) ist. Bei lösemittelfreien 2-K-Reaktionsklebstoffen ist ein Härter obligatorisch, während er bei den meisten lösemittelhaltigen Kontaktklebstoffen nur dann verwendet wird, wenn erhöhte Anforderungen an Wärme- oder Wasserfestigkeit erfüllt werden sollen.
Härtezeit
Härtezeit bezeichnet die Zeit bis zum Festwerden eines Klebstoffes durch eine chemische Reaktion (>Härten). In dieser allgemeinen Form ist sie zu ungenau, weil noch nichts darüber ausgesagt ist, wie hoch die Festigkeit zu diesem Zeitpunkt ist. Sie kann sich sowohl auf die >Mindestfestigkeit als auch auf die >Endfestigkeit beziehen.
Isocyanat
Chemische Verbindung, die als >Härter/>Vernetzer bei verschiedenen Klebstoffen eingesetzt wird. Bei 2-K-PUR-Klebstoffen wird oft >MDI als Härter verwendet. Bei lösemittelhaltigen Kontaktklebstoffen werden sie als >Vernetzer zur Verbesserung der Eigenschaften zugesetzt.
Katalysator
Siehe > Beschleuniger / Katalysator
Klebedichtmassen
Klebedichtmassen, die gleichzeitig kleben und dichten. Es sind pastöse Kartuschenprodukte, die strangförmig aufgetragen werden und durch Feuchtigkeit zu einem dauerelastischen Endprodukt vernetzen. Bei dichten Materialien muss eine ausreichende Klebefuge (> 2 mm) vorgesehen werden, damit Luftfeuchtigkeit in die Klebfuge >diffundieren kann.
klebegerechte Konstruktion
Eine Klebverbindung erfolgt über die Oberflächen der Fügeteile. Klebegerecht ist eine Verbindung deshalb, wenn sie so gestaltet ist, dass mögliche Krafteinwirkungen auf größere Flächen verteilt werden können und Punkt- oder Linienbelastungen vermieden werden. Lassen Sie sich dazu beraten.
Kohäsion
Kohäsion bezeichnet die innere Festigkeit des abgebundenen Klebstoff-Filmes. Bestimmt zusammen mit der >Adhäsion die Festigkeit einer Verklebung.
Kontaktklebezeit
Kontaktklebezeit bezeichnet die Zeitspanne, innerhalb der nach dem Klebstoffauftrag noch eine Kontaktverklebung durchgeführt werden kann. Sinngleich mit dem Begriff >Offene Zeit.
Kontaktverklebung
Zwei mit Klebstoff beschichtete Flächen werden nach Einhaltung einer >Ablüftezeit miteinander unter Druck in Kontakt gebracht und verbinden sich sofort mit hoher Anfangsfestigkeit. Nach Überschreitung der >Kontaktklebezeit kann in vielen Fällen noch mit >Wärmeaktivierung eine Kontaktverklebung erfolgen. Voraussetzung für eine Kontaktverklebung ist, dass die Fügeteile passgenau, ohne Spalt dazwischen, miteinander in Kontakt gebracht werden können.
Lagerfähigkeit
Bezeichnet die Zeitspanne, innerhalb der ein Klebstoff unter normalen, üblichen Lagerbedingungen ohne Veränderung seiner Eigenschaften bzw. ohne Verminderung der Verklebungsqualität verarbeitet werden kann. Die Hersteller geben hier meist eine Begrenzung auf 6 oder 12 Monate an, obwohl die meisten Klebstoffe bei ordnungsgemäßer Lagerung in verschlossenen Gebinden auch nach diesen Zeiten noch verarbeitet werden können. Ernsthafte Gründe für eine Beschränkung der Lagerfähigkeit liegen oft bei Reaktionsklebstoffen vor insbesondere bei einkomponentigen, weil hier die Möglichkeit von chemischen Reaktionen gegeben ist. In den meisten anderen Fällen besteht die Gefahr einer Veränderung durch Eintrocknen (wenn Gebinde nicht dicht verschlossen sind) oder durch Absetzen von Füllstoffen (wenn diese nicht mehr aufgerührt werden können). Ein Überschreiten angegebener Lagerzeiten bedeutet deshalb nicht automatisch die Unbrauchbarkeit des Klebstoffes, muss aber Anlass zu einer Überprüfung der Eignung sein.
MDI
Kurzbezeichnung für Diphenylmethan-4,4-Diisocyanat, dem wichtigsten Isocyanat für 1- oder 2-K-PUR-Klebstoffe. Es zeichnet sich u. a. durch einen sehr niedrigen Dampfdruck aus, wodurch bei den üblichen Verarbeitungsmethoden (Gießen, Walzen- oder Spachtelauftrag bei Raumtemperatur) in der Arbeitsluft keine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte zu erwarten ist. Eine solche Gefahr besteht nur bei Spritzauftrag (durch Spritznebel) oder bei der Verarbeitung bei höheren Temperaturen (>+40° C), die zur Erhöhung des Dampf-druckes führen.
Mindestfestigkeit
Siehe > Handlingfestigkeit, > Weiterbearbeitungsfestigkeit
Mindestverarbeitungstemperatur
>Temperatur. Die Temperatur spielt bei der Anwendung von Klebstoffen eine große Rolle. Viele Eigenschaf-ten sind temperaturabhängig. Wichtige Voraussetzungen für eine Verklebung sind, dass der Klebstoff die Oberfläche des >Fügeteils gut >benetzen und sich beim >Abbinden ein fester Film bilden kann. Dafür ist eine Mindesttemperatur erforderlich, die spezifisch für den jeweiligen Klebstoff ist und in den technischen Merkblättern angegeben wird. Werden die Klebstoffe unterhalb dieser Temperatur angewandt, ist eine einwandfreie Verklebung nicht mehr gewährleistet. Ganz wichtig ist dabei die Temperatur des >Fügeteils, weil der dünne Klebstoff- Film sich immer sehr schnell dieser Temperatur angleicht.
Mischungsverhältnis
Gibt das Verhältnis an, in dem die beiden Komponenten eines 2-K-Reaktionsklebstoffes miteinander vermischt werden müssen. Üblich ist die Angabe in Gewichtsteilen (Gew.t.). Das Mischungsverhältnis in Volumenteilen kann bei Bedarf über die spezifischen Gewichte der beiden Komponenten errechnet werden.
Offene Zeit
Offene Zeit ist die Zeitspanne, innerhalb der die Fügeteile spätestens zusammengefügt werden müssen (gerechnet vom Zeitpunkt des Klebstoffauftrages), weil sonst keine ausreichende >Benetzung mehr zustande kommt.Bei Dispersionen spricht man auch von „Nassklebezeit“.
Polyurethan Klebstoffe
Einkomponenten-Polyurethan-Klebstoffe in der Fertigung – Szenario

Aufgabe: Verkleben von Wohnwagenseitenwänden in Sandwichbauweise.

Anforderungen: Einkomponentig, gute Wärme und Kältebeständigkeit, gute Elastizität (Rüttelbeanspruchung).

Lösung: technicoll 8324 / 8311 / 8344. Härtung: 4 Stunden bei Raumtemperatur durch Wärme zu beschleunigen

Produkteigenschaften
  • Einkomponentig
  • Hervorragende Festigkeiten
  • Wärme- und kältebeständig
  • Flexibel auch bei Kälte
  • Widerstandsfähig gegen Wasser und Lösungsmittel
  • Kein Mischen und Dosieren

Reaktion: Härten mit der Umgebungsfeuchtigkeit

Reaktionsgeschwindigkeit: Wenige Stunden bei Raumtemperatur. Zu beschleunigen durch Wärme.

Auftrag: Spritzpistole, Spachtel, Walze, Rakel

Pillows / Kissen
Haftschmelzklebstoffe werden mit einer dünnen, klebfreien Folie in Form kleiner Kissen umhüllt. Sie können dadurch ähnlich wie Granulat gehandelt werden und z. B. eine auch in kleinen Handpistolen zur manuellen Verarbeitung eingesetzt werden. Die umhüllende Folie schmilzt mit und ist Bestandteil der Rezeptur.
Polymerisation / polymerisieren
Polymerisation ist eine von verschiedenen möglichen Formen der chemischen Reaktion, durch die ein Klebstoff vom flüssigen in den festen Zustand übergeht. Es verketten sich dabei eine Vielzahl von Einzelmolekülen zu riesigen Makromolekülen (aus Monomeren entstehen Polymere). Typisch dafür ist, dass eine Polymerisation einmal angestoßen als eine Kettenreaktion mit rasch anwachsender Geschwindigkeit abläuft.
Polyol
Reaktiver Bestandteil von PUR-Reaktionsklebstoffen. Reagiert mit >Isocyanat und bildet dabei Polyurethan (PUR).
Prepolymer
Bestandteil von 1-K-PUR-Klebstoffen. Reaktionsprodukt aus >Polyol und >Isocyanat mit einem Überschuss von Isocyanat. Die Prepolymere sind sozusagen die erste Stufe der Vernetzungsreaktion: Sie sind noch flüssig und enthalten Isocyanat als reaktive Gruppen, die in der zweiten Stufe der Vernetzungreaktion (bei der Anwendung des Prepolymers als Klebstoff) mit Wasser zu einem festen Endprodukt vernetzen. Bei dieser Reaktion entsteht als Nebenprodukt Kohlendioxid (ein Gas), das zum Aufschäumen des Klebstoffes führt.
Pressdruck
Der Begriff „Pressdruck“ wird hier im Unterschied zu >Fixierdruck dann verwendet, wenn ein bestimmter Mindestdruck unbedingt nötig ist, damit eine Verbindung zwischen den Fügeteilen überhaupt zustande kommen kann. Dies ist z. B. bei Kontaktklebstoffen der Fall.
Reaktive Schmelzklebstoffe (PUR-Hotmelts)
Diese werden wie normale Schmelzklebstoffe durch Erstarren der Schmelze fest. Der dabei entstehende Klebstoff- Film ist zunächst noch thermoplastisch, er enthält jedoch reaktive Gruppen, durch die er zu einem nicht mehr aufschmelzbaren Endprodukt vernetzt. Bei den PUR-Hotmelts erfolgt dies durch die Reaktion von Wasser mit >Isocyanat, das in Form von >Prepolymeren im Hotmelt enthalten ist. Damit diese Vernetzungsreaktion erfolgen kann, muss eines der Fügeteile porös sein, so dass die zur Vernetzung benötigte Feuchtigkeit in die Klebefuge einwandern kann.
SBR / SBS
Kunstkautschuk, Styrol-Butadien-Rubber wichtiger Rohstoff für lösemittelhaltige Kontaktklebstoffe zum Verkleben von Styropor, Polster- und Isoliermaterialien.
Statischer Mischer
Dabei handelt es sich um ein Rohr, durch das beide Komponenten eines 2-K-Klebstoffes fließen und sich dabei vermischen. Dieses Rohr wird zum Mischer durch eingesetzte Elemente, die eine fortwährende Umlenkung der Strömungsrichtung bewirken. Dadurch vermischen sich die beiden Komponenten beim Strömen, ohne dass gerührt werden muss. Bei größeren Maschinen für die Verarbeitung langsam reagierender Systeme handelt es sich um fest eingebaute Stahlrohre bei kleineren Anlagen, bei schneller reagierenden Systemen oder bei Handgeräten (z. B. Doppelkartuschen) werden statische Mischer aus Plastik eingesetzt, die leicht ausgetauscht werden können.
Sticks
Lieferform für Hotmelts/Schmelzklebstoffe. Der Schmelzklebstoff wird in Form von (zylindrischen) Stangen geliefert. Diese können nur mit speziellen Schmelzpistolen verarbeitet werden, in die die Sticks von hinten in eine Hülse eingeführt werden. Es wird nur der vordere Teil des Sticks geschmolzen und die Schmelze durch das Nachschieben des Sticks über eine Auftragsdüse heraus-gedrückt. Da es verschiedene Abmessungen und Formen von Sticks gibt, ist darauf zu achten, dass Sticks und Aufschmelzpistolen zueinander passen.
Tack
Eigenschaft eines Klebstoffes nach kurzem, leichtem Andruck fest auf Oberflächen zu haften.
Thixotropie
Thixotropie bezeichnet die Eigenschaft, dass die Viskosität einer Flüssigkeit/Paste unter Einwirkung einer Scherkraft (z. B. beim Rühren, Spachteln oder beim Auspressen durch eine Düse) sinkt und nach einiger Zeit der Ruhe wieder ansteigt. Meist will man bei der Verwendung dieses Begriffes zum Ausdruck bringen, dass das Mate-rial sich leicht verarbeiten lässt (sinkende Viskosität beim Auftragen), trotzdem aber nicht wegfließt (standfest nach dem Auftragen) eine sehr wichtige Eigenschaft, vor allem, wenn Klebstoffe an senkrechten Flächen angewandt werden müssen.
Temperatur
>Mindestverarbeitungstemperatur/>Wärmefestigkeit Es gibt kaum eine Klebstoff-Eigenschaft, die nicht mehr oder weniger stark abhängig von der Temperatur ist. Dies gilt für Verarbeitungseigenschaften (wie z. B. Viskosität, Topfzeit, Härtezeit usw.) genauso wie für Endeigenschaften von Klebstoffen (wie z. B. Festigkeit, Härte usw.). Der Anwender sollte deshalb darauf achten, auf welche Temperaturen sich Angaben in technischen Merkblättern beziehen. Gibt es dazu keine besonderen Hinweise, so beziehen sie sich meist auf normale Raumtemperatur (ca. 20° C).
Topfzeit
Ein wichtiger Begriff bei der Verarbeitung von 2-K-Reaktionsklebstoffen. Es bezeichnet die Zeit innerhalb der die Mischung der beiden Komponenten verarbeitet (aus dem Topf) sein muss. Zu beachten ist, dass die Topfzeit nicht nur von der Ausgangstemperatur der beiden Komponenten abhängt, sondern auch ganz stark von der Menge, die gemischt wird. Der Grund dafür liegt darin, dass die Reaktion immer mit Wärmeentwicklung verbunden ist, die zu einer Temperatursteigerung im Topf führt und damit zu einer schnelleren Reaktion. In der Regel ist deshalb bei der Topfzeit auch immer angegeben, auf welche Menge sie sich bezieht. Häufig ist sie auf 100 g Mischung (bei 20° C) bezogen, was Vergleiche zwischen verschiedenen Klebstofftypen erleichtert, dem Anwender aber noch keine exakte Angabe für seinen Anwendungsfall liefert. Im Zweifelsfall sollte man deutlich weniger anmischen als man innerhalb der angegebenen Topfzeit voraussichtlich verbrauchen wird.
Trockenzeit
Siehe > Ablüftezeit Siehe auch > Kontaktklebezeit, > Offene Zeit
Verarbeitungsspanne
Verarbeitungsspanne bezeichnet beim >Warmklebeverfahren die Zeitspanne, innerhalb der noch eine Aktivierung für eine Kontaktverklebung möglich ist. Sie kann bei einkomponentigen Lösemittel-Kontaktkleb-stoffen mehrere Tage oder auch Wochen betragen. Bei Verwendung eines Vernetzers ist sie durch die einsetzende Vernetzungsreaktion begrenzt und liegt meist nur im Stundenbereich. Genauere Angaben der Merkblätter beachten.
Vernetzer / vernetzen / Vernetzung
Siehe >Härter/>härten/>Härtung
Ein Vernetzer ist ein Stoff, der durch eine chemische Reaktion das Festwerden eines Klebstoffes bewirkt. Vernetzen oder Vernetzung meint den damit verbundenen Vorgang. Vernetzen ist gegenüber >Härten der allgemeinere Begriff, der auch zutreffend ist, wenn das Endprodukt nicht hart, sondern flexibel oder elastisch ist wie das z. B. bei fast allen Klebstoffen auf der Basis von Kautschuk der Fall ist. Die Vernetzung bewirkt, dass ein vorher löslicher oder thermoplastischer Stoff nach dem Vernetzen nicht mehr löslich oder durch Wärme nicht mehr schmelzbar wird. Vernetzer werden bei lösemittelhaltigen Kontaktklebstoffen z. B. dann verwendet, wenn erhöhte Anforderungen an Wärme- oder Wasserfestigkeit erfüllt werden sollen. Häufig sind beim gleichen Klebstoff verschiedene Vernetzer möglich je nach Anwendungsfall.
Viskosität
Ein Maß für das Fließverhalten einer Substanz. Niedrig-viskos = dünnflüssig, hochviskos = dickflüssig. Die Maßeinheit dafür ist mPas. Die Viskosität ist sehr stark temperaturabhängig (niedrigere Temperatur = steigende Viskosität).
Warmklebeverfahren / Wärmeaktivierung
Klebeverfahren, bei dem durch Wärme eine Kontakt-verklebung mit Teilen durchgeführt werden kann, die bereits mit einem vollständig getrockneten, nicht mehr klebenden Klebstoff-Film beschichtet sind. Bei der >Aktivierungstemperatur erreicht der Klebefilm wieder seine Kontaktfähigkeit, die Teile können unter Druck miteinander verbunden werden. Dies ist meist nur innerhalb einer bestimmten Zeit möglich (>Verarbeitungsspanne). Die Aktivierung kann z. B. durch IR-Strahler, Heißluft oder durch Aufbügeln erfolgen.
Wärmefestigkeit
Häufig werden Angaben zur Wärmefestigkeit eines Klebstoffes verlangt oder gemacht. Richtig wäre es, die Wärmefestigkeit einer Verklebung zu bestimmen, denn diese hängt nicht nur vom Klebstoff ab. Was den Fragesteller eigentlich interessiert, ist: Bis zu welcher Temperatur hält denn die Verklebung des Werkstoffes A mit dem Werkstoff B die Belastungen, die bei dem jeweiligen, konkreten Anwendungsfall auftreten können, ohne Schaden für die Verbindung aus? Konkrete Aussagen dazu können nur gemacht werden, wenn für diesen Anwendungsfall Versuche durchgeführt werden oder Praxiserfahrungen mit exakt vergleichbaren Fällen vorliegen. Beim Vergleichen von Anwendungsfällen muss vor allem auch die Vergleichbarkeit der Klebeflächen beachtet werden, weil es besonders auf die Frage der Adhäsion ankommt, deren Temperaturabhängigkeit sehr stark schwanken kann, je nach Werkstoff und Zustand der Klebefläche. Technische Merkblätter enthalten oft Kurven über die Abhängigkeit der Zugscherfestigkeit von der Temperatur. Sie werden mit optimal vorbehandelten Test-Prüfkörpern ermittelt und sind brauchbar für vergleichende Untersuchungen. Diese Werte können aber nicht auf andere Werkstoffe oder Oberflächen übertragen werden.
Weiterbearbeitungsfestigkeit
Siehe > Handlingfestigkeit, > Mindestfestigkeit
Zement / Cement
Ein in der Schuh- und Leder verarbeitenden Industrie noch häufig verwendeter Begriff für lösemittelhaltige Naturkautschukklebstoffe.

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